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Arbeitsprozess

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Der Arbeitsprozess Regionale Agenda 21 am Schaalsee


„Das Konzept der Biosphärenreservate betrifft eine der wichtigsten Fragen, denen die Welt heute gegenübersteht: Wie können wir den Schutz der biologischen Vielfalt, das Streben nach wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung und die Erhaltung kultureller Werte miteinander versöhnen? Biosphärenreservate sind Gebiete, bestehend aus terrestrischen und Küsten- sowie Meeresökosystemen oder einer Kombination derselben, die international im Rahmen des UNESCO-Programmes „Der Mensch und die Biosphäre“ (MAB) anerkannt sind. Im März 1995 organisierte die UNESCO in Sevilla/Spanien eine internationale Expertenkonferenz. Die dort ausgearbeitete Sevilla-Strategie empfiehlt konkrete Schritte für die weitere Entwicklung der Biosphärenreservate im 21. Jahrhundert.“(UNESCO (Hrsg.), 1996).

Danach wird gerade den Biosphärenreservaten eine bedeutende Rolle als Demonstrationsstandort und Drehscheibe für Aktivitäten im Zusammenhang mit nachhaltiger, regionaler Entwicklung und Landnutzungsplanung zugewiesen, die einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung der 1992 auf dem Umweltgipfel in Rio bzw. der Folgekonferenz in Johannisburg (2002) verabschiedeten Ziele der Agenda 21 leisten.

Im Gegensatz zu bisherigen klassischen Fachplanungen in Großschutzgebieten, wurden mit dem vorliegenden Rahmenkonzept als querschnittsorientiertem Regionalen Entwicklungskonzept neue Wege beschritten. Die Aufstellung des Rahmenkonzeptes erfolgte nicht intern durch die Biosphärenreservatsverwaltung sondern kooperativ und konsensorientiert innerhalb eines Agenda 21 Prozesses:

  • in gemeinsamer Projekt-Trägerschaft des Amtes für das Biosphärenreservat Schaalsee (AfBRSCH), mit den Landkreisen Ludwigslust und Nordwestmecklenburg, den Ämtern Gadebusch-Land, Wittenburg-Land, Zarrentin und Rehna sowie den Gemeinden im Gebiet. Die Koordination des Projektes erfolgte durch das Amt für das Biosphärenreservat Schaalsee. Die Projektabwicklung und die Mittelverwaltung wurde dem Förderverein Biosphäre Schaalsee e.V. übertragen;
  • unter aktiver Mitwirkung, Mitgestaltung und im abschließenden Konsens mit den interessierten Bürgern und Bewirtschaftern der Region, regionalen Interessenvertretungen sowie Akteuren aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft wurden Leitbilder und Projekte erarbeitet;
  • besonders umsetzungsorientiert, da zusätzlich zu den Planungskosten Mittel für die Entwicklung und Unsetzung von Projekten zur Verfügung standen;
  • unter Beteiligung der Träger öffentlicher Belange (TÖB-Verfahren).


Neben den Eigenleistungen der Trägergemeinschaft wurde das Projekt finanziell mit Mitteln des Umweltministeriums Mecklenburg-Vorpommerns und der EU gefördert.

Die in der Region und in vielen Arbeitsgruppensitzungen erarbeiteten und abgestimmten Ergebnisse gingen direkt in das Rahmenkonzept ein und werden somit Bestandteil der zukünftigen Handlungsgrundlage des Großschutzgebietes. Der Prozess lief sehr erfolgreich ab. Die besondere Vorgehensweise wurde im September 2002 durch den 1. Preis des Landesumweltwettbewerbes honoriert. Die Jury begründete ihre Entscheidung mit der großen Beteiligung sowie der Vielzahl verschiedener Projekte.

Die Vorteile des gewählten Agenda-Prozesses lagen eindeutig in der großen Transparenz für die Akteure und interessierte Bevölkerung der Region. Diese ermöglichte es, eigene Vorstellungen einzubringen und gleichzeitig mehr über die unterschiedlichen Problemfelder und Lösungskonzepte zu erfahren. Somit sind alle gesellschaftlichen Gruppen, die Bevölkerung, die Politik, die Verwaltung und die Wirtschaft miteinander ins Gespräch und zu einem Meinungsaustausch gekommen, was ohne die Agenda 21 wahrscheinlich nicht möglich gewesen wäre.


Biosphärenreservat Schaalsee
Logo, Regionale Agenda 21 - Biosphärenreservat Schaalsee
Regionale Agenda 21