DIA Vortrag am Sonntag dem 05.06. um 14 Uhr im Medienraum im PAHLHUUS
In den letzten Jahrzehnten ist der Ansatz, Natur in Mitteleuropa in kleinen Teilen wieder sich selbst zu überlassen neu in die Diskussion gekommen. Die Gründe dafür sind sehr verschieden. Teils sind es ökonomische Gründe, die eine Bewirtschaftung von Flächen unter den modernen agrarwirtschaftlichen Bedingungen heute ausschließen. Andererseits fehlen in Mitteleuropa Referenzflächen, die uns zeigen wie eine natürliche Entwicklung unserer komplexen Ökosysteme überhaupt ablaufen würde. Dazu kommt die Wertediskussion um den Eigenwert von Natur und die in Vergessenheit geratene Tatsache, dass die Natur die Basis für die Kultur war und ist.
Einerseits sehnt sich der Mensch nach unberührter Natur, doch sie vor seiner Haustür zuzulassen fällt ihm schwer. Eigentliche Wildnis im Sinne einer ursprünglichen, vom Menschen völlig unbeeinflussten Natur ist heute in Mitteleuropa nicht mehr anzufinden.
Erst mit der Gründung des ersten Nationalparkes 1909 in Schweden, wurde begonnen Wildnis auch in Mitteleuropa wieder Raum zu geben. Auch in den Kernzonen von Biosphärenreservaten (ca. 5% der Fläche) darf Natur sich ohne menschlichen Einfluss entwickeln. So auch im Biosphärenreservat Schaalsee.
Wird es in Zukunft möglich sein, Wildnis nicht als Gegensatz, sondern als Teil der modernen Kulturlandschaft zu sehen?
Wir wissen es seit Rotkäppchen, Wildnis ist böse ! Oder doch nicht ?


