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Lebensräume

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Moore

Moore bieten ursprünglichen Lebensraum für Spezialisten, welche sich besonders an die Nährstoffarmut, den extrem sauren Boden, hohe Temperaturunterschiede und die Nässe angepasst haben. Zum größten Teil sind die Moorflächen im Biosphärenreservat Schaalsee von Moorbirken und Erlen bewaldet, bieten aber auch offene Flächen, welche mit Riedern, Röhrichten und Torfmoosvegetation die typische Moorvegetation bilden.


Hochmoor

Hochmoore, wie das Neuendorfer Moor und Schönwolder Moor werden ausschließlich vom Niederschlag gespeist und wölben sich in ihrer langwierigen Entwicklung über die Geländeoberfläche hinaus. Besonders im westlichen Mecklenburg Vorpommern und der Schaalseeregion können solche Moore entstehen, da die Niederschlagsmengen deutlich höher ausfallen als im übrigen Landesgebiet. 
In natürlichen Hochmooren sind Pflanzen- und Tierarten zu finden, die in anderen Biotopen nicht konkurrenzfähig sind. Sie sind hochspezialisiert und prägen den landschaftlich einmaligen Charakter der Hochmoorlandschaft. Werden Hochmoore entwässert oder gedüngt, sind diese spezialisierten Arten nicht mehr konkurrenzfähig und werden verdrängt. Das gesamte Ökosystem Hochmoor ist daher hochspezialisiert und im höchsten Grade schützenswert, da es nicht ersetzbar oder ausgleichbar ist.

Hochmoore bilden einen durch ein Mosaik von Bulten und Schlenken gebildeten Lebensraum für Torfmoos-Gesellschaften mit Wollgräsern (Eriophorum spec.) und Sonnentau (Drosera spec.). Der Sumpf-Porst (Ledum palustre) siedelt in den Hochmooren des Schaalseegebietes an seiner westlichen Verbreitungsgrenze. Hervorzuheben ist zudem das für den norddeutschen Raum einzigartige Vorkommen von mehr als 20 Torfmoosarten. Zudem bieten die Hochmoore einen Lebensraum für zahlreiche Tierarten wie Schwimmkäfer, Libellen, Lauf- und Blattkäfer, Ameisen und Spinnen aber auch Reptilien wie Kreuzotter und Ringelnatter.


Niedermoor
Niedermoorgesellschaften sind relativ niedrigwüchsig und werden vorwiegend von Sauergräsern und verschiedenen Moosarten aber auch von Röhrichten aufgebaut. Es handelt sich um ungenutzte Bestände. Sie besiedeln nährstoffarme bis mäßig nährstoffreiche Standorte, die durch gleichmäßig hohe Wasserstände entscheidend geprägt sind. Im Wurzelraum führt die Unterversorgung mit Sauerstoff zu einer Torfbildung. Niedermoore haben im Gegensatz zu Hochmooren Kontakt zum mineralischen Grundwasser und sind in ihrer Wasser- und Nährstoffversorgung vom oberflächlichen Zulauf aus dem umgebenden Landschaftsraum abhängig.
Niedermoore entstehen durch Ablagerung von schwer zersetzbaren Pflanzenresten bei der Verlandung von Seen und grundwassernahen Senken. Wächst der Torfkörper allmählich über den Grundwasserspiegel hinaus, siedeln sich zunehmend Hochmoorpflanzen an. Ein solches Zwischenmoor kann sich zum Hochmoor weiterentwickeln. Die Niedermoore (Flachmoore) und Zwischenmoore, die über das gesamte Biosphärenreservat Schaalsee verteilt vorkommen, sind Lebensraum für zahlreiche, in ihrem Bestand gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Viele dieser Moorstandorte sind entwässert. Um einer fortschreitenden Degradation entgegenzuwirken, sind verschiedene Renaturierungsprojekte geplant (Moor-Renaturierungsprojekte im BR) Als Besonderheit für das Biosphärenreservat Schaalsee findet sich am Südrand des Schaalsees ein Kalkflachmoor, das sich im Verlandungsbereich des Sees auf Seekreide bzw. akkumulierter Kalkmudde entwickelt hat. Das Kalkflachmoor stellt mit seinen äußerst seltenen und z. T. vom Austerben bedrohten Pflanzengesellschaften aus floristischer Sicht den bedeutendsten Biotoptyp des Schaalseegebietes dar. Die Binsenschneide (Cladium mariscus) besitzt dort den größten Bestand in Mecklenburg-Vorpommern.
Ebenfalls erwähnenswert ist das Kuhlrader Moor östlich des Röggeliner Sees. Dieses Zwischenmoor weist bemerkenswerte Vorkommen von Sumpf-Calla (Calla palustre), Sumpf-Blutauge (Potentilla palustris), Krebsschere (Stratiotes aloides) und Königsfarn (Osmunda regalis) auf.