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Pressemitteilung

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13.02.04

Biber im Biosphärenreservat Schaalsee


Ein eher ungewöhnlicher Gast hält sich  zur Zeit im Biosphärenreservat Schaalsee auf. Ihn selbst hat man bisher nicht zu Gesicht bekommen, wohl aber die Spuren, die er hinterlässt.
Aber auch die findet nur der aufmerksame Beobachter, denn der heimliche Besucher hält sich gern in wassernahem, unwegsamen Gelände auf und ist außerdem vorwiegend Nachts aktiv. Die Rede ist vom Biber. Auf die Frage, ob sich am Schaalsee eine Biberpopulation entwickeln könnte, will sich Reiner Schmahl, zuständig für Artenschutz, sich nicht festlegen. „In der Nähe von Schildfeld gibt es seit mehreren Jahren Biber, wahrscheinlich kommt unser Biber aus diesem Bereich. Die Hammerbachniederung, in der wir den Biber seit ein paar Wochen beobachten, stellt ein geeignetes Biberrevier dar. Wir gehen jedoch davon aus, dass es sich um ein Einzeltier handelt. Dass er einen Partner findet, ist eher unwahrscheinlich. Es ist der erste Bibernachweis am Schalsee“ In den letzten Jahrhunderter waren die Nagetiere weltweit durch Jäger fast ausgerottet worden. Neben dem kostbaren Fell und dem Fleisch war auch das Drüsensekret – das sogenannte Bibergeil – sehr begehrt. Im wurde eine positive Wirkung bei Typhus und Magenbeschwerden zugeschrieben, außerdem sollte es potenzsteigernd wirken. Eine erste deutsche Biberzählung von 1890 ergab nur noch 190 Tiere. Nur ein kleiner Restbestand im Gebiet der mittleren Elbe hatte überlebt. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden in vielen europäischen Ländern Versuche unternommen, den Biber wieder anzusiedeln. In Mecklenburg Vorpommern wurden Biber an der Peene und an der Warnow erfolgreich wieder eingebürgert. Der Gesamtbestand in unserem Bundesland dürfte heute bei etwa 800 Tieren liegen. Durch engagierte Schutzmaßnahmen ist der Bestand in Deutschland wieder auf etwa 4000 Tiere angewachsen. Trotzdem ist der Biber in Deutschland noch immer vom Aussterben bedroht. Heute liegt die Gefahr nicht mehr in der Bejagung der Tiere sondern in der Zerstörung ihres Lebensraumes. Idealer Biberlebensraum sind störungsarme Fließgewässer mit reichlich Baumbestand an den Ufern. Der Biber ist ein reiner Pflanzenfresser. Er frisst Kräuter, Sträucher, Wasserpflanzen, und von Bäumen die Blätter, Zweige und Rinde. Mit seinen starken Nagezähnen fällt er Weichhölzer wie z. B. Weiden, Pappeln, Espen und Birken. Neben den Blättern die ihm als Nahrung dienen verwendet er auch die Stämme als Baumaterial. .“ Wer auf Biberspuren stößt, sollte darauf verzichten, auf private Bibersafari zu gehen, die Tiere stehen unter Naturschutz.

Pressekontakt
Amt für das Biosphärenreservat Schaalsee
Elke Dornblut
Wittenburger Chaussee 13
19246 Zarrentin

Tel.: 038851 / 30229
Fax: 038851 / 30220
E-Mail: e.dornblut.br@schaalsee.de