UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee – auch 2004 bedeutsamer Imagefaktor für die Region
Der Rückblick auf das vergangene Jahr zeigt, dass auch 2004 zahlreiche Vorhaben und Projekte im Biosphärenreservat Schaalsee erfolgreich abgeschlossen bzw. neu begonnen wurden.
Im Februar 2004 konnte das in einem konsensorientierten, regionalen Agenda 21 Prozess erarbeitete Rahmenkonzept für das Biosphärenreservat Schaalsee der Öffentlichkeit präsentiert werden. Das große Interesse an diesem Agenda 21 Prozess und die aktive Beteiligung vieler Bürger, Gemeinden und Vereine waren beispielhaft für andere Regionen in Mecklenburg-Vorpommern. Nach dreijähriger intensiver Arbeit, liegt mit diesem Rahmenkonzept jetzt ein umfassendes regionales und zukunftsweisendes Entwicklungskonzept für das UNESCO-Biosphärenreservat vor. Nun gilt es, die vielen Ideen und Projekte in allen Bereichen gemeinsam mit den Akteuren tatkräftig und mit größtmöglicher Effizienz fortzuführen bzw. umzusetzen. Die Biosphärenreservatsverwaltung wird ihrer Verantwortung hierfür weiter nachkommen.
Nach einer längeren Bauphase konnte Anfang April 2004 unsere neu gestaltete Informationsausstellung im PAHLHUUS, als regional bedeutsamer touristischer Punkt, eröffnet werden. Die Ausstellung steht nun unter dem Motto „Wandel ist….“. Die Realisierung der Neugestaltung war nur durch das große Engagement zahlreicher Sponsoren möglich. Als wir am 23. Mai 2003 ein Benefiz-Konzert zu Gunsten der neuen Ausstellung durchführten, war nicht zu ahnen, dass dieses Vorhaben bei den potentiellen Sponsoren solch eine große Resonanz finden würde. Ihnen allen sei sehr herzlich für ihre aktive und großzügige Unterstützung gedankt. Beispielhaft seien hier genannt: Fruchtquell Dodow, Raiffeisenbank Gadebusch, Kieswerk Wunder.
Insgesamt wurden 2004 in der neuen Ausstellung im PAHLHUUS mehr als 30.000 Besucher gezählt. Mehr als 6.000 Personen wurden auf geführten Wanderungen, bei Exkursionen und Vorträgen durch die Mitarbeiter des Amtes betreut. Auf 14 Messen und Veranstaltungen Dritter war das Amt für das Biosphärenreservat mit eigenen Informationsständen vertreten.
Als ein weiteres wichtiges vorhaben wurden 2004 vorbereitende planerische Arbeiten für das Projekt „Lebensader Schilde mit Tessiner und Neuendorfer Moor“ begonnen. Dieses Vorhaben, bei dem die Gemeinde Wittendörp Projektpartner ist, wird 2005 weitergeführt. Neben der Sicherung bzw. Wiederherstellung der landschaftsökologischen Funktionen der Schilde (Klima, Boden, Wasser sowie Arten und Biotope) liegt als Zielstellung des Projektes ein besonderes Augenmerk auf der Entwicklung der Schildeniederung als Erholungsgebiet und Erlebnis- und Umweltbildungsbereiche für Einheimische und Besucher. Damit soll eine nachhaltige wirtschaftliche Wertschöpfung im Tourismusbereich erreicht werden. Durch die Einbindung des Schildegebietes als attraktives Ausflugsziel und Umweltbildungsprojekt in das Konzept der Außenstandorte der Bundesgartenschau (BUGA) 2009 in Schwerin werden neben einer Vernetzung, wirtschaftliche Impulse und Synergieeffekte für die gesamte strukturschwache Region erwartet.
In diesem Zusammenhang wurde 2004 der FFH-Managementplan für das Fließgewässer „Schilde“ fertig gestellt und abgestimmt. Dies ist der erste derartige Plan in Mecklenburg-Vorpommern überhaupt. Der vorliegende Plan schafft Klarheit für alle Beteiligten und lässt keinen Raum für nebulöse oder spekulative Befürchtungen bezüglich dieses FFH-Gebietes. Für dieses aufwendige Vorhaben galt es Partner zu gewinnen. Im Bereich des Klimaschutzes und der Umweltbildung engagiert sich im BR Schaalsee besonders intensiv das Unternehmen Honda Europe (North). Weitere sehr wichtige Projektförderer sind die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), die Deutsche Wildtierstiftung, die Stiftung Natur und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern, die Stiftung Biosphäre Schaalsee und der Förderverein Biosphäre Schaalsee e.V.
Bereits seit seinem Bestehen investiert das Amt für das Biosphärenreservat Schaalsee große finanzielle Mittel und viel Zeit in die Verbesserung der touristischen Infrastruktur der mecklenburgischen Schaalseeregion. Dazu gehört auch die aufwendige Kennzeichnung der Rad- und Wanderwege im Gebiet. Dieses Besucherlenk- und Leitsystem soll 2005 weiter ausgebaut werden. Als ein weiterer wichtiger Beitrag wurden 2004 die vorbereitenden Arbeiten zur Überarbeitung der Wanderkarte der Region abgeschlossen. Die neue Karte soll zur Saison 2005 erscheinen.
Die patentrechtliche geschützte Regionalmarke „Biosphärenreservat Schaalsee – Für Leib und Seele“ bewährt sich seit Jahren als ein sehr wichtiges Marketinginstrument für die nachhaltige Regionalentwicklung. Diese erfolgreiche Regional-Marke wurde 2004 evaluiert. Da die Qualitätssicherung oberstes Gebot ist, soll sie zukünftig auf einem höheren Niveau weitergeführt werden. Dazu wurden in Abstimmung mit allen Partnern, die Vergabekriterien für die einzelnen Bereiche konkretisiert.
Zunehmend zeigt sich auch ein wachsendes internationales Interesse an den Erfahrungen des UNESCO-Biosphärenreservats Schaalsee. So besuchten mehrfach Unternehmer, Bürgermeister und Tourismusfachleute aus verschiedenen Regionen Südschwedens und Finnlands im Rahmen von LeaderPLUS Vorhaben sowie des von der EU und dem Landwirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern geförderten INTEREREG III B Projektes „Rural Development Connection“ das Biosphärenreservat Schaalsee. Ziel dieser Reisen war es, die Schaalseeregion als bestehendes Biosphärenreservat kennen zu lernen und die hier vorhandenen Handlungskonzepte und Managementerfahrungen für eigene Anstrengungen zum Erwerb der begehrten UNESCO-Anerkennung zu nutzen. Weitere internationale Gäste kamen aus Partnerregionen des Landkreises Ludwigslust in Michigan/USA. Seit April 2003 besteht im Rahmen des „Phare Co-operation program in the Baltic Sea Region“ ein vom Umweltminister Mecklenburg-Vorpommerns unterzeichnetes Partnerschaftsabkommen mit Litauen. Darin ist auch das Biosphärenreservat Schaalsee integriert.
Im Rahmen der zukünftigen EU-Erweiterung konnte 2004 das Biosphärenreservat Schaalsee erfolgreich fachliche Unterstützung zu Planungen, Aufbau, Management, Monitoring und Regionalentwicklungskonzepten für ein türkisches Biosphärenreservat leisten.
Externe Untersuchungen und Darstellungen ergaben, dass der überregionale Bekanntheitsgrad der Schaalseeregion im überwiegendem Maße durch das UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee geprägt wird. Dies beinhaltet eine große Chance für sie Zukunft, gerade für die weitere nachhaltige Regionalentwicklung bzw. den Wettbewerb der Regionen.
2005 jährt sich die UNESCO-Anerkennung zum fünften Mal und das Großschutzgebiet „Biosphärenreservat Schaalsee“ feiert bereits den 15. Geburtstag. Dies soll durch entsprechende Veranstaltungen im Mai gewürdigt werden.
Pressekontakt
Amt für das Biosphärenreservat Schaalsee
Elke Dornblut
Wittenburger Chaussee 13
19246 Zarrentin
Tel.: 038851 / 30229
Fax: 038851 / 30220
E-Mail: e.dornblut.br@schaalsee.de


