Sprungnavigation

Von hier aus können Sie direkt zu folgenden Bereichen springen:

Hilfe


Über folgende Tastenkominationen gelangen Sie zu den Hauptrubriken:
zurück zur Sprungnavigation
Pressemitteilung

Inhaltsbereich

Presseinformation            27.02.2012

Wasserstandsregulierung im Kalkflachmoor

bei Zarrentin


Das ca. 30 ha große Kalkflachmoor bei Zarrentin ist Lebensraum für zahlreiche hochspezialisierte Tier- und Pflanzenarten. 2007 wurde das Gebiet als Teil des Naturschutzgebietes „Schaalelauf“ unter Schutz gestellt, außerdem ist es Bestandteil des FFH Gebietes Schaalsee. Bei der Untersuchung und Bewertung des Gebietes im Rahmen des FFH Mangementplanes „Schaalsee“ wurde festgestellt, dass sich der ökologische Zustand des Gebietes zwischen den beiden Untersuchungen  in den Jahren 2004 und 2009 verschlechtert hatte. Besonders die seltene Binsenschneide (Cladium Mariscum) die im Kalkflachmoor ihr größtes Vorkommen in MV hat, leidet unter Wassermangel; das Moor ist zu trocken. Wie man diesen Zustand verändern kann, wurde durch das Planungsbüro „Stadt und Land“ im Jahr 2010 untersucht.  Auf Grundlage dieser Machbarkeitsstudie wird in diesem Jahr durch die Firma "biota" ein Konzept zur technischen Lösung erarbeitet, mit dessen Umsetzung so bald als möglich begonnen werden soll. Träger des Renaturierungsprojektes ist die Landgesellschaft Mecklenburg–Vorpommern mit Unterstützung durch die Biosphärenreservatsverwaltung Schaalsee.


Das Kalkflachmoor entstand nach der letzten Eiszeit in einer ehemaligen Seebucht am Südrand des Schaalsees, die durch abgelagerte Sedimente und die Ausbreitung der Ufervegetation im Lauf der Zeit verlandete. Ein Moor muss wassergesättigt sein, um die sehr speziellen Lebensraumansprüche Moortypischer Arten  zu erfüllen. Außerdem tragen entwässerte Moore durch die Freisetzung von großen Mengen CO² zur Klimaerwärmung bei. Ein moortypisch hoher Wasserstand wird im Zarrentiner Kalkflachmoor jedoch nur in den Wintermonaten und in längeren Nässeperioden erreicht,  in den Sommermonaten ist das Moor oft viel zu trocken. Um den Wasserstand zu stabilisieren ist es notwendig, insgesamt 9 regulierbare Staue in die Entwässerungsgräben des Moores einzubauen. Dadurch könnte das Niederschlagswasser  möglichst lange im Gebiet zurückzuhalten werden.  Außerdem soll durch teilweise Entbuschung des Moorgebietes die vegetationsbedingte Wasserverdunstung verringert werden. Zur Zeit befindet sich das Projekt noch in der Planungsphase. Es werden  Gespräche mit den betroffenen Eigentümern und Nutzern geführt  und die Auswirkungen des Projektes auf die umliegenden Flächen untersucht. Ziel ist es, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten bzw. Lösungen im Sinne der Eigentümer und Nutzer zu finden. Es sollte das gemeinsame Ziel sein, diesen wertvollen Lebensraum zu bewahren und ökologische zu verbessern, zumal er durch den Moorsteg auch für Besucher erlebbar ist.


Pressekontakt
Amt für das Biosphärenreservat Schaalsee
Elke Dornblut
Wittenburger Chaussee 13
19246 Zarrentin

Tel.: 038851 / 30229
Fax: 038851 / 30220
E-Mail: e.dornblut.br@schaalsee.de