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Pressemitteilung

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Pressemitteilung      24.03.2017

Drainteich fertiggestellt – für eine besserer Wasserqualität des Schaalsees

 

Drei Monate lang waren auf einer Ackerfläche in der Nähe des Ortes Lassahn die Bagger im Einsatz. Am 22.03.2017 wurde der fertige Drainteich in der Nähe von Lassahn übergeben.

Während der Bauabnahme sprudelt ein kräftiger Wasserstrahl aus einem Betonrohr in den Drainteich. Das ca. 1500 m² große, langestreckte Gewässer ist durch die Regenfälle der vergangenen Tage bereits bis zum Überlauf gefüllt. Aus dem Teich fließt das Wasser über einen offenen Abfluss in den angrenzenden Bruchwald. Durch die noch unbelaubten Bäume kann man den Schaalsee erkennen, in den das Wasser letztendlich gelangt.

Es ist Regenwasser, das in unterirdischen Drainagen gesammelt wird, die der Entwässerung der umliegenden landwirtschaftlichen Flächen dienen. Vor dem Bau des Drainteiches floss dieses Wasser direkt in den Schaalsee. Mit ihm pro Jahr etwa 100 kg Phosphor, ein Nährstoff der als Dünger auf den Feldern zu hohen Erträgen führt. Gelangt Phosphor jedoch in großer Menge in den Schaalsee, führt das zu einem ökologischen Ungleichgewicht, was sich z.B. in einer Trübung des Wassers und vermehrtem Algenwachstum äußert. „Untersuchungen haben ergeben, dass etwa 3.700 kg Phosphor pro Jahr über oberirdische Einleitungen oder über das Grundwasser in den Schaalsee gelangen. Darunter leidet die Wasserqualität des Sees. Unser Ziel ist es, den Eintrag um 800 kg zu minimieren“, sagt Bettina Gebhard, Dezernentin für Naturschutz und Entwicklung im Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe, welches den Bau des Drainteiches initiiert und beauftragt hat.

Phosphor gelangt jedoch nicht nur aus der Landwirtschaft in den Schaalsee, sondern auch aus Kläranlagen, entwässerten Mooren und über die Luft, um nur einige Quellen zu nennen. Der Bau des Drainteiches ist nur eine von vielen verschiedenen Maßnahmen, mit denen das ehrgeizige Ziel in den nächsten Jahren erreicht werden soll. Das Funktionsprinzip eines Drainteiches sei mit dem einer Pflanzenkläranlage vergleichbar, erklärt Fabian Eiffert vom Planungsbüro Biota „Während der Verweildauer des Wassers im Drainteich kann sich das gebundene Phosphor am Boden absetzen und das gelöste Phosphor von Wasserpflanzen aufgenommen werden. Wenn das Wasser über den Überlauf weiter in den Schaalsee fließt, soll es nur noch die Hälfte des ursprünglichen Phosphorgehaltes aufweisen.“

Beim Bau des Drainteiches zogen viele Akteure an einem Strang: die Stadt Zarrentin, der Zweckverband  „Schaalsee-Landschaft“, der Pächter der Flächen und das Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe. Finanziert wird das ca. 70.000 € teure Projekt durch Danone Waters Deutschland. Das Unternehmen unterstützt in einer Kooperation mit der UNESCO die deutschen UNESCO-Biosphärenreservate bei ihren Bemühungen, die Wasserqualität von Seen und Flüssen zu verbessern. In diesem Jahr überzeugte das Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe die Jury und erhielt den Zuschlag für den Bau des Drainteiches.