Renaturierungsprojekte
Der Nutzungsdruck auf die Landschaft durch Raumnutzungen, wie z.B. Land- und Forstwirtschaft, Verkehr und Wasserwirtschaft nimmt zu. Damit einher geht häufig der irreversible Verlust von Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Ziel von abgeschlossenen und geplanten Renaturierungsprojekten ist es, naturnahe Lebensräume zurück zu gewinnen.
Das LIFE- Projekt
Ziel des LIFE- Projektes ist die Renaturierung von Moorstandorten im Biosphärenreservat Schaalsee. Die damit verbundene Erhöhung der Wasserspeicherkapazität der Landschaft dient sowohl dem Arten- und Biotopschutz als auch dem Wasser-, Boden- und Klimaschutz. Auf Grund der hohen Bedeutung des Vorhabens bewilligte die EU finanzielle Mittel in Höhe von 325 000 €. Wegen Klagen einzelner Bodeneigentümer kommt es jedoch zur Verzögerung bei der Umsetzung des Projektes. Erst nach positivem Ausgang dieses Klageverfahrens kann mit der Umsetzung des Projektes begonnen werden.
Renaturierung der Schilde
Die Schilde ist ein rund 43 km langer Fluss, der südlich von Schildfeld in die Schaale mündet. Er hat mehrer Quellen, eine davon im Neuendorfer Moor. In einigen Abschnitten ist die Schilde noch ein naturnaher Fluss an dem es sogar noch den Fischotter gibt. Andere Bereiche sind durch Gewässerausbau und – begradigung, Entwaldung und Nährstoffeintrag stark geschädigt. Zwei Teilabschnitte der Schilde im Biosphärenreservat wurden 2005 renaturiert. Es wurde das Wehr in Karft durch eine Fischaufstiegsanlage ersetzt und die Sohlschwelle bei Woez beseitigt. In weiteren Abschnitten ist eine Neuprofilierung des Gewässerlaufes vorgesehen. Vorrangig geht es jedoch um die Einrichtung bzw. Erweiterung von unbewirtschafteten Gewässerrandstreifen und die Extensivierung der Landwirtschaft in der Schildeniederung, um den Nährstoffeintrag zu verringern und damit die Wasserqualität zu verbessern.
Faltblatt "Lebensader Schilde " ( PDF-Datei 273 KB)
Beseitigung der Sohlschwelle in Woez
Neuprofilierung der Schilde im Bereich Döbbersen
Renaturierung der Schilde bei Raguth
Renaturierung der Schilde nordöstlich von Karft
Renaturierung des Tessiner Moores
Das rund 55 Hektar große Tessiner Moor nördlich von Karft stellt ein Verlandungs- bzw. Versumpfungsmoor dar. Das ehemals abflusslose Moor war von menschlichen Eingriffen in der Vergangenheit nicht ausgenommen. Es wurde für den Torfabbau und eine landwirtschaftliche Nutzung der umliegenden Flächen stark entwässert. Damit verbunden waren Prozesse der Moorsackung, Mineralisation und Vererdung. Die Renaturierung des Moores erfolgte mit dem Ziel diese Prozesse zu stoppen bzw. wieder rückgängig zu machen.
Naturnaher Gewässerausbau Steinerne Rinne
Die Steinerne Rinne liegt östlich des Ratzeburger Sees südlich von Utecht und war ehemals ein grenzbildendes Gewässer zwischen der DDR und der BRD. In diesem Bereich wurde 2005 ein 228m langer verrohrter Abschnitt in ein offen verlaufendes Fließgewässer umgebaut und Betonschächte im angrenzenden Grünland beseitigt. Dadurch wurde der Wasserstand auf dem umliegenden Grünland erhöht. Die Bauarbeiten wurde im Oktober 2005 abgeschlossen. In diesem Jahr sollen im Randbereich des Baches noch 180 heimische Laubbäume gepflanzt werden. Die Renaturierungsmaßnahmen an der steinernen Rinne erhöhen die ökologische Wertigkeit der Landschaft und verbessern das Landschaftsbild.
Aufforstung im Bereich Culpiner See
Im Bereich des Culpiner Sees wird im Jahr 2005 durch das Amt für das Biosphärenreservat Schaalsee eine Fläche von circa 4 Hektar aufgeforstet. Die zu pflanzenden standortgerechten und einheimischen Laubbäume werden in einem Bereich gepflanzt, der laut Pflege- und Entwicklungsplan für eine Neuwaldbildung vorgesehen ist. Bei der Pflanzung wird sichergestellt, dass große Bereiche der Neuwaldbildung über natürliche Sukzession erfolgen.
Renaturierungsmaßnahmen im Bereich von Schlagbrügger und Schlagsdorfer Niederung
Renaturierung des Neuendorfer Moores


