Unterwegs am Grünen Band in Mecklenburg-Vorpommern

Bodennaher Blick über einen zweispurigen Plattenweg. Zwischen den Spuren wachsen Gräser. © A.Mehlich

In Mecklenburg-Vorpommern erstreckt sich das Grüne Band entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze vom Priwall an der Ostsee bis in die Niederungen der Elbe auf 157 km Länge. Aus Richtung Norden kommend, stellen unsere beiden Biosphärenreservate das Eingangstor nach Mecklenburg-Vorpommern dar. An unterschiedlichen Orten in unseren Biosphärenreservaten können Sie das Grüne Band erleben und die Geschichte dieser Region erfahren.
 

Dabei ist das Grüne Band in Mecklenburg-Vorpommern jedoch kein ausgebauter Wanderweg. Zu Teilen ist der ehemalige Kolonnenweg zwar heute noch intakt und allgemein zugänglich, jedoch liegen Abschnitte des Grünen Bandes auch in den Kernzonen des Biosphärenreservates Schaalsee und sind lediglich aus der Ferne zu betrachten. 

Ausflugstipps, Führungen und interessante Orte am Grünen Band
 

Zwei orangfarbene rechteckige Flächen. Auf der linken Fläche ist eine Silhouette einer Person zu sehen, die durch ein Fernglas blickt. Auf der rechten Fläche steht Grenzhus Schlagsdorf © Grenzhus Schlagsdorf
Logo des Informationszentrums GRENZHUS in Schlagsdorf.

Grenzhus Schlagsdorf

Das „Grenzhus Schlagsdorf. Informationszentrum innerdeutsche Grenze“ ist die größte und wichtigste museale Einrichtung zur Erinnerung an die innerdeutsche Grenze in Mecklenburg-Vorpommern. Das Grenzhus unterscheidet sich von anderen „Grenzmuseen“ durch einen konsequenten regionalen Bezug, es stellt den Lebensalltag der Menschen auf beiden Seiten der Grenze in den Mittelpunkt und verknüpft die Gesellschaftsgeschichte mit dem Wandel des Naturraums.

www.grenzhus.de

Hinter dem eisernen Zaun mit Pforte steht die Kirche aus Feld- und Backsteinen am Grünen Band in Mecklenburg-Vorpommern. © A.Mehlich
Die Kirche in Lassahn, aufgenommen im August 2021, am Grünen Band in Mecklenburg-Vorpommern..

Kirche Lassahn

Hier kann die Geschichte des Dorfes und des Barber-Ljaschtschenko-Abkommens vom 13. November 1945 nachgelesen werden. Damals wurden zwei lauenburgische Gebiete östlich vom Schaalsee gegen ein mecklenburgisches Gebiet nordöstlich von Ratzeburg durch die Briten und die Russen ausgetauscht. Die absolute Mehrheit der Einwohner aus den übergebenen lauenburgischen Dörfern ließ sich in die britische Besatzungszone evakuieren. In die leeren Dörfer zogen ab Dezember 1945 Flüchtlinge und Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten. Lassahn war auch Sitz einer Grenzkompanie. Die Gebäude sind zu Wohnhäusern umgebaut worden.

Mittig im Bild steht eine Informationstafel mit Portrait von Michael Gartenschläger, rechts daneben steht ein schwarz-rot-gelb gestreifter Grenzpfahl. © A.Mehlich
Im Gartenschlägereck nahe Leisterförde erinnert eine Informationstafel an Michael Gartenschläger.

Gartenschläger Eck

Das Gartenschläger Eck zwischen Leisterförde und Bröthen ist eine Gedenkstätte für Michael Gartenschläger, der in der Nacht zum 1. Mai 1976 beim dritten Abbau einer Selbstschussanlage durch eine Spezialeinheit der Staatssicherheit erschossen wurde. Zu dem Areal gehören außerdem der Streifen Heide entlang des ehemaligen Streckmetallzaunes, der Gedenkstein für die geschleifte Siedlung Wendisch Lieps und die rekonstruierte DDR-Sperranlage in Leisterförde. Dafür gibt es einen eigenständigen Rundweg.

Ein umgestürzter ehemaliger Grenzturm der DDR am Culpiner See. © Rainer Mönke
Ein umgestürzter ehemaliger Grenzturm der DDR am Culpiner See.

Elbbergmuseum Boizenburg/Elbe

Ausstellungen zum KZ-Außenlager Boizenburg und zur ehemaligen Innerdeutschen Grenze. Rund um den früheren Turm des Kontrollpunktes dokumentiert eine Ausstellung die Geschichte der Innerdeutschen Grenze im Kreis Hagenow. Eine Toninstallation im Turm verweist auf das Leben im Sperrgebiet, auf Flucht und Zwangsaussiedlung.

Weitere Informationen erhalten Sie über die Seite der Stadt Boizenburg

www.boizenburg.de