BIOSPHÄRENRESERVATSAMT SCHAALSEE-ELBE - Naturschutz vorgestellt

Die renaturierte Schilde schlängelt sich durch die Wiesen- und Weidelandschaft bei Karft. Durch das Projekt „Lebensader Schilde“ ist es gelungen, der Schilde die Gestalt und die Funktion eines natürlichen Gewässers zurückzugeben. Die Renaturierung der Schilde zählt zu den umfangreichsten und langfristigsten Renaturierungsprojekten im UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee. Die Machbarkeitsstudie zur Renaturierung der Schilde und des Tessiner Moores sowie verschiedene gewässerökologische und naturschutzfachliche Gutachten, die zwischen 2003 und 2006 erarbeitet wurden, dienten als Planungsgrundlagen. Es gibt viele Seen im Biosphärenreservat Schaalsee, aber nur zwei Flüsse: die Schilde und die Schaale. Die Schilde, ein kleiner Fluss von insgesamt etwa 40 km Länge, durchfließt auf einer Strecke von 14 km das UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee und mündet bei Schildfeld in die Schaale. Über die Sude und die Elbe führt das Ge- wässersystem letztendlich in die Nordsee. Schaut man sich das naturnahe Flüsschen heute an, kann man sich nur schwer vor- stellen, dass es vor weniger als zehn Jahren noch eine große Baustelle war. Um die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren, sind umfangreiche Bauarbeiten notwendig gewesen. Im Rahmen der Melioration der 1960er Jahre war die Schilde begradigt LEBENSADER SCHILDE worden. Durch das Renaturierungsprojekt „Lebensader Schilde“ wurde ihr wieder Raum für natürliche Schwingungen ge- geben und an manchen Stellen erhielt sie sogar ihr altes Flussbett zurück. Altarme des Gewässers, die man während der Melioration trockengelegt hatte, wurden teilweise wieder an die Schilde angeschlos- sen. Auf der Strecke zwischen Raguth und Karft erhielt der Fluss beispielsweise Raum für acht neue Gewässerschlingen. Um eigendynamische Prozesse des Flusses anzuregen, wurden große Steine und Tot- holz als Strömungshindernisse eingebracht und Uferabflachungen vorgenommen. Durch all diese Maßnahmen ist die „Neue Schilde“ nach Abschluss der Renaturierung fast 1 km länger als die „Alte Schilde“ vor der Renaturierung. 2 14

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