BIOSPHÄRENRESERVATSAMT SCHAALSEE-ELBE - Naturschutz vorgestellt
Das Leben im Wasser bleibt uns Menschen meist verborgen. Erst die bis zu 400-fache Vergrößerung unter dem Mikroskop enthüllt die filigrane Schönheit der winzigen Wasserbewohner. In ihrer Gesamtheit werden diese Kleinstlebewesen als Plankton bezeichnet. In enormer Arten- und Formenvielfalt be- völkern sie unsere Gewässer – vom Ozean bis zur Regenpfütze. Ihre biologische Bedeutung ist groß. Sie ernähren sich, in- dem sie das Wasser filtern, es dadurch von Schwebstoffen befreien und reinigen. Meist beachten wir Plankton erst, wenn es zu viel wird. Ein hoher Nährstoffgehalt im Ge- wässer führt zu übermäßiger Vermehrung des Planktons; bis zu dem Punkt, an dem das Gewässer umkippt, weil nicht mehr genügend Sauerstoff vorhanden ist. Bei der Beurteilung des ökologischen Zu- standes eines Sees spielt der Nährstoffge- halt des Wassers daher eine ganz wesent- liche Rolle. Mittels fünf Trophiestufen, von oligotroph (nährstoffarm) bis hypertroph (extrem nährstoffreich), können Gewässer entsprechend klassifiziert werden. Ab der Trophiestufe vier (sehr nähr- stoffreich) gilt der ökologische Zustand eines Sees als problematisch und es wird dringend notwendig, seinen Nährstoff- gehalt zu verringern. Neben der Ursachen- behebung, die immer an erster Stelle stehen muss, können auch Nährstofffällungen zur Sanierung eines Sees beitragen. Vor der Nährstofffällung im Jahr 2017 befand sich der Goldensee in der Trophie- stufe vier. Hauptursache dafür war der über Jahrzehnte in den See eingespülte Phosphor, der aus Düngemitteln von den umliegenden Ackerflächen sowie aus der Kläranlage Mustin stammte. Er hatte sich in großen Mengen im Seegrund ange- sammelt und wurde unter bestimmten Bedingungen, etwa bei stürmischemWetter, immer wieder freigesetzt. Daraus resultiert NÄHRSTOFFFÄLLUNGEN Goldensee | Röggeliner See | Lankower See ein starkes Algenwachstum, wodurch das Wasser trübe und arm an Sauerstoff wird. Um den Nährstoffeintrag zu minimieren, wurde im Einzugsbereich des Sees teil- weise Acker in Grünland umgewandelt, die nördliche Goldenseeniederung wurde renaturiert und die Kläranlage in Mustin nachgerüstet. Als weitere Maßnahme erfolgte eine Nähr- stofffällung. Sie bewirkt, dass der Phos- phor durch eine chemische Reaktion im Sediment des Seegrundes gebunden wird. Dieses Verfahren ist auch in zwei weiteren Seen im Biosphärenreservat erfolgreich durchgeführt worden, 2012 im Lankower See und 2013 im Röggeliner See. Die Nährstofffällungen haben dazu beigetragen, dass sich in diesen beiden Seen der Nähr- 20
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