BIOSPHÄRENRESERVATSAMT SCHAALSEE-ELBE - Naturschutz vorgestellt

DOHLENWALD In den Senken der hügeligen Waldlandschaft des Dohlenwaldes befinden sich mehr als 30 Kleingewässer mit permanenten oder temporären Wasserständen, die vom Regenwasser gespeist werden. Da, wo die Verlandung fortgeschritten ist, haben sich mehrere kleine Moore im Waldgebiet ausgebildet. Die zarte Wasserfeder (Hottonia palustris) blüht hier und seltene Arten wie die Große Moosjungfer finden in einigen besonnten Biotopen ihren Lebensraum. Damit diese Kleingewässer und Feuchtbio- tope auch unter veränderten Klimabedin- gungen, mit steigenden Temperaturen und sinkenden Sommerniederschlägen, lang- fristig Bestand haben, hat das Biosphären- reservatsamt Schaalsee-Elbe im Jahr 2020 mit Stau- und Renaturierungsmaßnahmen zur Stabilisierung der Wasserstände im Dohlenwald begonnen. Als Nachnutzer von Spechthöhlen waren Dohlen einst häufige Bewohner von Wäldern mit altem Baumbestand. Es ist anzunehmen, dass die kleinen, schwarzen Rabenvögel auch im Dohlenwald früher zahlreich brüteten und demWald seinen Namen gaben. Der Dohlenwald, auch ein- fach nur Dohlen genannt, liegt in der Nähe der Ortschaft Kneese und grenzt unmittel- bar an den Bernstorfer Binnensee, einen Teil des Schaalsees. Während der Zeit der innerdeutschen Grenze wurde er nicht be- wirtschaftet, so dass sich im Laufe von 40 Jahren ein naturnaher Wald aus Rotbuchen und Schwarz-Erlen entwickelte, der heute zu den Kernzonen des Biosphärenreserva- tes zählt. Kernzonen, in denen keine Nutzung durch den Menschen mehr stattfindet, machen im UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee etwa 5% der Fläche aus. In ihnen kann die Natur ohne den Einfluss des Menschen nach ihren eigenen Gesetzen wirken. Durch die Landesforstanstalt wurde der nordwestliche Teil des Dohlenwaldes als 45 ha großes Naturwaldreservat ausge- wiesen, das nicht mehr forstlich genutzt, stattdessen aber genau beobachtet wird. Im Dohlenwald entwickelt sich etwas, das in Deutschland selten und wertvoll ist –Wildnis. Schon heute ist sie an vielen Stellen des Waldes unübersehbar. Abgestorbene Bäume dürfen stehen blei- ben, bis sie von selbst umfallen, und auch dann räumt kein Mensch sie weg. Käfer, Würmer, Pilze und andere Lebewesen übernehmen diese Arbeit und zersetzen den Baum wieder zu Waldboden. Totholz ist wertvoller Lebensraum für viele hoch- spezialisierte Tiere, Pflanzen und Pilze. PROJEKTZEITRAUM Seit 2000, fortlaufend PROJEKTBETEILIGTE • Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe • Forstamt Radelübbe • Landesforstanstalt Mecklenburg-Vorpommern • Land Mecklenburg-Vorpommern und Europäische Union • Privatwaldbesitzer Titelfoto: R. Schmahl 48

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