BIOSPHÄRENRESERVATSAMT SCHAALSEE-ELBE - Naturschutz vorgestellt
FLEDERMÄUSE Kaum eine Tiergruppe fasziniert uns so sehr wie die Fledermäuse. Kein Wunder: Die nächtlichen Jäger verfügen über Fähigkeiten, die für Säugetiere einzigartig sind. Sie orten ihre Jagdbeute mit Ultraschall, können als einzige Säugetiere fliegen und verbringen ihre Ruhezeit mit dem Kopf nach unten. 17 Fledermausarten wurden bisher in Mecklenburg-Vorpommern nachgewiesen, 11 davon leben auch im UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee. Sie profitieren von der abwechslungsreichen Landschaft mit ihren Hecken, Kleingewässern, Alleen und naturnahen Wäldern. Das Braune Langohr oben ging bei einer nächtlichen Fangaktion zur Bestandserfassung der Fledermäuse im UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee ins Netz. Als das Biosphärenreservatsamt im Jahr 2012 vor der Entscheidung stand, die alte Kellerruine des Speichers in Dutzow abzureißen oder zu erhalten, fiel die Ent- scheidung zugunsten der Fledermäuse. Die Kellerruine wurde fledermausgerecht saniert. Um ein frostfreies Winterquartier zu schaffen, wurde das Gebäude, bis auf einige Einfluglöcher für die Fledermäuse, verschlossen und mit Wasserwannen ausge- stattet, die für eine optimale Luftfeuchtig- keit sorgen. In einemWald bei Zarrentin und nahe der Ortschaft Lassahn wurden durch ähnliche Umbaumaßnahmen vier weitere Winterquartiere für Fledermäuse in alten Bunkern geschaffen. Regelmäßige Kontrollen belegen, dass alle Quartiere im Winter besetzt sind, Tendenz steigend! In einigen Waldgebieten des Biosphären- reservates wurden außerdem Fledermaus- kästen angebracht, die den Tieren als Sommerquartier und Kinderstube dienen. Besonders in strukturarmen oder neu gepflanzten Wäldern sind solche Nisthil- fen sinnvoll, im Vordergrund sollten aber immer der Erhalt alter Bäume und die Schaffung von naturnahen Wäldern stehen. Die Kellerruine in Dutzow wurde zum Fledermausquartier umgebaut. 62
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