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Pressemitteilung

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Wiedereinbürgerung der Schaalseemaräne 

Austausch und Ergebnisse der 1. Projektphase 

 

Insgesamt 25 Unterstützer der Schaalseemaräne, darunter Wissenschaftler, Fischer, Seeeigentümer und Behördenvertreter kamen am 27.06.2018 im PAHLHUUS in Zarrentin zusammen, um sich über die Ergebnisse der rund  3 ½ Jahre dauernden 1. Projektphase zur Wiedereinbürgerung dieser besonderen Fischart im Schaalsee zu informieren. Insgesamt ist das Projekt auf 10 Jahre ausgerichtet, mit dem Ziel einen stabilen und nachhaltig befischbaren Bestand der Schaalseemaräne, zu erreichen. 

 

Coregonus holsatus, wie die Schaalseemaräne wissenschaftlich heißt, wurde vor über 100 Jahren als eigenständige Maränenart, die ursprünglich nur im Schaalsee und im Selenter See vorkam, bestimmt. Wegen ihres sehr begrenzten Verbreitungsgebietes wird sie auch als endemische Art bezeichnet. 

Doch die ursprüngliche Schaalseemaräne wurde durch den Besatz mit anderen Arten der Großen Maräne im Schaalsee verdrängt: Die Folge war eine genetische Vermischung (Hybridisierung) sowie Verdrängung der Schaalseemaräne. 

 

Um die Art vor dem Aussterben zu bewahren, führt das Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe seit 2014 als Projektträger zusammen mit einer projektbegleitenden Arbeitsgruppe das Artenschutzprojekt „Zeitgemäße fischereiliche Bewirtschaftung einer endemischen Fischart: Wissenschaftlich begleitete Wiedereinbürgerung der Schaalseemaräne im Schaalsee“ durch. Die erste Phase des länderübergreifenden Projektes,  welche bis Ende Juli 2018 abgeschlossen sein wird, wurde mit Mitteln aus der Fischereiabgabe der beiden Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein finanziert. Das Management und die daraus resultierenden Kosten wurden vom Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe getragen. 

 

Im Rahmen des Projektes erfolgte ein Besatz mit rund  65.000 Schaalseemaränen. Dazu wurden Schaalseemaränen aus dem Drewitzer Sees bei Alt-Schwerin genutzt, wo die Art um 1930 eingesetzt wurde und sich mittlerweile dort als endemische und stabile Population entwickeln konnte. Insgesamt drei Mal wurde der Laich dieser Maränen aus dem Drewitzer See von dem Schaalseefischer Herrn Bothstede in Grambek erbrütet, die Fischlarven dann in einem Netzgehegekäfig  am Borgsee vorgestreckt  und die ca. 4 cm großen Jungfrische  später im Schaalsee ausgesetzt. Parallel zu Vorstreckung im See wurde die Aufzucht in Beckenhaltung erfolgreich erprobt. Um ausreichende Besatzmengen zu produzieren ist zukünftig der Aufbau einer Laichfischhaltung erforderlich. 

 

Die projektbegleitenden wissenschaftlichen Untersuchungen haben viele neue Erkenntnisse zur Bestandssituation der Großen Maräne und ihre Lebensraum- und Nahrungsbedingungen im Schaalsee erbracht,  auch wenn noch nicht alle Fragen z.B. zu den genauen Ursachen für den Rückgang der Schaalseemaräne beantwortet werden konnten.

 

Die Wissenschaft war sich an diesem Tag anhand der verschiedenen Fachbeiträge einig: Es ist wert die Schaalseemaräne im Schaalsee zu erhalten und dafür weitere Anstrengungen zu unternehmen. So sind mögliche Defizite bei der natürlichen Vermehrung der Schaalseemaräne durch weitere Besatzmaßnahmen auszugleichen, aber auch der ökologische Zustand des Schaalsees ist weiter zu optimieren.  Die zahlreichen in den letzten Jahren angeschobenen Maßnahmen des Biosphärenreservatsamtes zur Reduzierung von Phoshateinträgen in den Schaalsee, haben bereits zu einer Verbesserung der Wasserqualität und damit der Lebensraumbedingungen für die Maräne beigetragen.

 

Zur Sicherung ausreichender Besatzmengen ist im Rahmen des sich im Juli anschließenden Folgeprojektes u.a. der Aufbau einer Laichfischhaltung (am Plauer See) und eine Erbrütung und Vorstreckung am Schaalsee vorgesehen. Auch das Folgeprojekt wird wieder wissenschaftlich begleitet und unter Trägerschaft der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg Vorpommern (LFA M-V) mit Mitteln der Fischereiabgabe der beiden Bundesländer weitergeführt.