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Pressemitteilung

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Pressemitteilung     18.03.2019

 

Für sauberes Wasser im Schaalsee

 

Zurzeit sind auf einer Grünlandfläche in der Nähe von Lassahn die Bagger im Einsatz. Im Auftrag des Biosphärenreservatsamtes Schaalsee-Elbe wird durch die Firma LUT Gadebusch ein Drainteich gebaut. Nach Fertigstellung soll das Wasser aus den Drainagen der umliegenden Felder in den Drainteich eingeleitet und durch Pflanzen vorgereinigt werden. Noch fließt das Wasser von den Feldern direkt in den Schaalsee und transportiert dabei nicht unerhebliche Mengen Nährstoffe, vor allem Phosphor, in den See. Dadurch wird das Algenwachstum angeregt und das Seewasser erscheint trübe. 

 

Phosphor gelangt nicht nur über landwirtschaftliche Düngung, sondern auch über das Grundwasser, aus Kläranlagen, aus entwässerten Mooren und über die Luft in unsere Gewässer. Drainteiche funktionieren nach dem Prinzip einer biologischen Kläranlage. Durch Schilf und Wasserpflanzen werden dem Wasser Nährstoffe entzogen. Erst nach dieser Vorreinigung fließt das Wasser in den Schaalsee. Der erste Drainteich auf dieser Fläche, der im Jahr 2017 gebaut wurde, ist inzwischen mit Wasserpflanzen bewachsen und erfüllt seine Aufgabe. Die Anlage von Drainteichen auf landwirtschaftlichen Flächen ist nur eine von vielen Maßnahmen, welche in den vergangenen Jahren durch das Biosphärenreservatsamt umgesetzt wurde, um die Wasserqualität des Sees zu verbessern. Auch die Renaturierung angrenzender Moore, die Umwandlung von Acker in extensiv bewirtschaftetes Grünland und der Schutz des na-türlichen Schilfgürtels des Sees gehören dazu. Bis zum Beginn des 20ten Jahrhunderts war der Schaalsee ein Klarwassersee mit Sichttiefen von bis zu 12 Metern. Durch den massiven Eintrag von Nährstoffen hat sich dann die Wasserqualität über Jahrzehnte hinweg verschlechtert. Besonders in den Sommermonaten betrug die Sichttiefe oft weniger als einen Meter. „Die Wasserqualität des Sees wieder zu verbessern ist ein sehr langwieriger Prozess; das Biosphärenreservatsamt arbeitet seit mehr als 20 Jahren daran. Wir freuen uns deshalb sehr, dass nach der Umsetzung vieler Naturschutzprojekte nun die Erfolge sichtbar werden. Seit vier Jahren verbessert sich die Wasserqualität des Schaalsees langsam aber sichtbar. Inzwischen registrieren wir selbst in den Sommermonaten Sichttiefen von etwa 5 Metern. berichtet Bettina Gebhard, als Dezernentin im Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe für Naturschutzprojekte und Landschaftspflege verantwortlich. 

Die Anlage des Drainteiches erfolgt auf einer Fläche, die sich im Eigentum des Landes Mecklenburg-Vorpommern befindet. Es handelt sich dabei um eine Fläche, die als Nationales Na-turerbe (NNE Flächen) vom Bund an die Länder übertragen wurden, mit der Auflage, diese in besonderem Maße ökolo-gisch zu entwickeln. 

Die Arbeiten werden aus dem Europäischen Landwirtschafts-fonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) und vom Land M-V gefördert.