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Pressemitteilung

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Ein Moor muss nass sein

Um den Südbereich des Roggendorfer Moores wieder in einen naturnahen Zustand zu bringen, haben das Biosphärenreservatsamt Schaalsee Elbe und der Förderverein Biosphäre Schaalsee e.V. mit der Renaturierung des Niedermoores begonnen.

 

Wenn im April der Klein Salitzer Storch aus Afrika zurückkehrt, wird es in der Umgebung seines Horstes etwas anders aussehen als in den Jahren zuvor. Zurzeit wird auf der Grünlandfläche vor seiner Haustür auf Hochtouren gearbeitet. Der entwässerte Niedermoorstandort soll wieder in einen naturnahen Zustand gebracht werden. Wie die allermeisten Moore wurde auch dieses Moor in der Vergangenheit stark entwässert. Heute weiß man: Moore müssen nass sein! Sind sie das nicht, kommt es zur Schädigung des Bodens, erkennbar z.B. an Bodensackungen. Außerdem entweichen aus entwässerten Mooren große Mengen Kohlendioxid in die Atmosphäre und tragen zur Klimaerwärmung bei.

Im Jahr 2015 wurde bereits der Nordbereich des Roggendorfer Moores renaturiert. Jetzt widmen sich das Biosphärenreservatsamt Schaalsee Elbe und der Förderverein Biosphäre Schaalsee e.V. der Renaturierung des Südbereiches. „Um die Entwässerung des Niedermoores zu stoppen, werden wir Drainagen zurückbauen und einige Gräber verschließen“ beschreibt Sven Herzog vom Biosphärenreservatsamt das Projekt. Durch eine punktuelle Aufweitung und Vertiefung der verschlossenen Gräben werden vier Kleingewässer entstehen.  „Dadurch wird neuer Lebensraum für Amphibien, Libellen und zahlreiche andere Tier- und Pflanzenarten geschaffen“ sagt Gerd Schriefer vom Förderverein Biosphäre Schaalsee e.V.. Über mehr Frösche und Insekten wird sich sicher auch der Klein Salitzer Storch freuen. Landwirt Gerd Bojdzinski von der ausführenden Baufirma Agrarservice Hof Demern weiß, wie wichtig es ist, Wasser in der Landschaft zu halten. „Früher haben die Landwirte die Sölle und Kleingewässer auf ihren Feldern beseitigt. Aber im letzten Sommer war jeder glücklich, der noch ein wasserführendes Soll auf seiner Fläche hatte.“ Auch das Niedermoor bei Klein Salitz ging im vergangenen Jahr staubtrocken in den heißen Sommer, weil das Wasser war schon im Frühling über die Entwässerungsgräben abgeflossen war. Das wird sich nach der Renaturierung ändern. Das Wasser wird länger in der Landschaft gehalten und nicht mehr künstlich abgeführt. Das Niedermoor soll auch nach der Renaturierung als Grünland genutzt und extensiv beweidet werden. Die Renaturierung findet auf einer Fläche von ca. 20 ha statt, die sich zum größten Teil im Eigentum des Landes Mecklenburg-Vorpommern und des Zweckverbandes „Schaalsee- Landschaft“ befinden. Bei den Landesflächen handelt es sich um Flächen, die als Nationales Naturerbe (NNE Flächen) vom Bund an die Länder übertragen wurden, mit der Auflage, diese in besonderem Maße ökologisch zu entwickeln.

 

 

Die Renaturierung des Moores wird gemeinsam vom Biosphärenreservatsamt Schaalsee Elbe und dem Förderverein Biosphäre Schaalsee e.V. umgesetzt und finanziert. Die Kosten von ca. 60 000 Euro werden zum größten Teil vom Förderverein übernommen, dem es erfreulicherweise gelungen ist, auch die Vattenfall Umweltstiftung und die Hanseatische Natur- und Umweltinitiative ins Boot zu holen.