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Pressemitteilung

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Pressemitteilung                  08.03.2019


Hilfe für den Fischadler 

Familie Fischadler muss umziehen. Von einem Strommast auf einen Pfahl mit Nisthilfe.

 

Auf einer Wiese nahe des Woezer Sees kam in der vergangenen Woche große Technik zum Einsatz. In der Nähe einer Stromleitung wurde ein etwa 10 m hoher Mast aufgestellt, auf dessen Spitze ein Metallkorb aus Stahl sitzt. Der Seeadler, der auf seinem Wege zum Woezer See die Baustelle mehrmals überflog, zeigte jedoch kein Interesse an dem Nestangebot. Für ihn wurde der Mast auch nicht errichtet, sondern für seinen kleineren Verwandten, den Fischadler.

 

 Von den drei Adlerarten, die es in Deutschland gibt, kommen zwei im UNESCO- Biosphärenreservat Schaalsee vor. Der Seeadler hat mit 8 Brutpaaren in der Region inzwischen eine stabile Population gebildet. Seit vier Jahren interessieren sich nun auch die Fischadler für die Schaalseeregion. Am Anfang ging einiges schief. Im ersten Jahr fand der Adler keine dauerhafte Partnerin, im nächsten Jahr gelang der Nestbau nicht. Aber im vergangenen Jahr zog das erste und einzige Fischadlerpaar im Biosphärenreservat Schaalsee erfolgreich zwei Junge groß. Mathias Hippke, zuständig für den Artenschutz im Biosphärenreservatsamt Schaalse-Elbe ist darüber sehr erfreut. „Der Fischadler ist selten in Deutschland, in MV gibt es nur etwa 200 Paare. Und in den allermeisten Bundesländern noch viel weniger. Als Nahrungskonkurrent wurde der Fischadler bis in die 1920er Jahre stark bejagt und fast ausgerottet. Durch strenge Schutzmaßnahmen und ein Verbot des Pflanzenschutzmittels DDT geht es der Art seit etwa 20 Jahren wieder besser und der Bestand steigt an.“ 

 

Dummerweise hatte Familie Fischadler ihr Nest auf einem Strommast der WEMAG gebaut. Das stellte ein Risiko sowohl für die Sicherheit der Stromversorgung als auch der Vögel dar. Da die WEMAG mit Fischadlernestern auf Strommasten bereits aus der Müritzregion Erfahrung hat, war schnell eine Lösung gefunden. Das alte Nest auf dem Strommast wurde beseitigt und als Alternative ein hoher Mast mit einer Nisthilfe aufgestellt. „Wir sind sehr glücklich darüber, dass uns die WEMAG so engagiert beim Schutz des Fischadlers unter-stützt.“ sagt Mathias Hippke. „Für uns als ökologisch ausgerichteten Energieversorger ist es einfach konsequent, wenn wir uns in der Region auch für den Vogelschutz einsetzen. Nachhaltigkeit und Engagement sind für uns kein Lippenbekenntnis, sondern fester Bestandteil unserer Unternehmens-philosophie“, erklärt der WEMAG-Vogelschutzbeauftragte Jan Koppelmann. „Durch die jährlichen Beringungsaktionen, die wir auch für Störche durchführen, leisten wir nicht nur einen Beitrag für den Umweltschutz, sondern bekommen auch einen aktuellen Überblick darüber, wo sich die Vögel niedergelassen haben. Das ist wichtig zu wissen, damit wir schnell reagieren können, wenn sich während des Nestbaus kleine Äste lösen, auf die Freileitungen herab fallen und eine Stromunterbrechung verursachen“, so Koppelmann. 

 

Zum Abschluss der Arbeiten wurde der Nistkorb noch mit einer Lage Kiefernzweigen und Nistmaterial aus dem abgerissenen Nest ausgestattet. Nun bleibt zu hoffen, dass das Fischadlerpärchen mit dem Umzug einverstanden ist und das neue Nest akzeptiert. Noch halten sich die Vögel in ihrem Winterquartier in Afrika auf aber mit ihrer Ankunft in den Wiesen bei Woez ist schon in den nächsten Wochen zu rechnen. . 

 

Die Wiesen befinden sich im Eigentum des Landes M-V. Es handelt sich dabei um Flächen, die als Nationales Naturerbe (NNE Flächen) vom Bund an die Länder übertragen wurden, mit der Auflage, diese in besonderem Maße ökologisch zu entwickeln.