Forschungsthemenkatalog für die UNESCO-Biosphärenreservate

Gemeinsam mit dem Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt M-V hat das Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe Themenvorschläge für Forschungsarbeiten in den UNESCO-Biosphärenreservaten Schaalsee und Flusslandschaft Elbe M-V herausgebracht.

Die Spuren eines Fischotters im Schnee im UNESCO-Biosphärenreservat. © R. Colell
Die Spuren eines Fischotters im Schnee.

Als Modellregionen für nachhaltige Entwicklung sollen UNESCO-Biosphärenreservate neue Wege für das Zusammenwirken von Mensch und Umwelt entwickeln und praktisch erproben. Dabei stehen die komplexen Wechselbeziehungen zwischen natürlichen Prozessen, Landnutzung, kulturellen Gegebenheiten und sozioökonomischen Rahmenbedingungen im Mittelpunkt der Betrachtung.
 Forschung und ökologische Umweltbeobachtung dienen dazu, die Entwicklung der Biosphärenreservate zu analysieren und zu dokumentieren sowie den Fortschritt in Bezug auf die angestrebten Entwicklungsziele zu überprüfen. Darüber hinaus sollen die gewonnenen Erkenntnisse als Entscheidungsgrundlage für das Management der jeweiligen Schutzgebiete und idealerweise für die Gestaltung der gesamten Region genutzt werden.
 

Die UNESCO-Biosphärenreservate Schaalsee und Flusslandschaft Elbe repräsentieren jeweils eine besondere Kulturlandschaft mit hohem Naturschutzwert. Die einzigartigen Gebietskulissen stellen durch ihren modellhaften Charakter, die Vielzahl an Ökosystemen und Landnutzungsformen gleichzeitig eine großartige Forschungskulisse dar.
Beide Biosphärenreservate werden durch das Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe verwaltet. Das Biosphärenreservatsamt koordiniert und berät Forschung im Schutzgebiet und spricht Genehmigungen für Untersuchungen in sensiblen Bereichen aus. 

Darüber hinaus bieten die beiden Biosphärenreservate:

  • Grundlageninformationen und Bereitstellung von ökologischen, soziologischen und ökonomischen Daten
  • Gebietskulissen für Datenerhebungen
  • Kontakte zu regionalen Akteuren
  • Gebietskenntnis
  • Ggf. Unterstützung durch Personal.
     

Gemeinsam mit Ihnen als Forschungsinstitution können wir eine angewandte, umsetzungsorientierte Forschung durchführen. Dadurch ist es möglich, die Biosphärenreservate als Modellregionen für eine ökologisch, sozial und ökonomisch nachhaltige Entwicklung zu etablieren.
 

Dieser Katalog enthält Vorschläge für Forschungsthemen, die in den Biosphärenreservaten als besonders aktuell angesehen werden.

Wichtig: Es handelt sich hier um einen Auszug des Forschungsbedarfs. Darüberhinausgehende Forschungsanfragen sind willkommen.
 

Folgendes kann in den Biosphärenreservaten bearbeitet werden:

  • Studienabschlussarbeiten (Bachelor- und Masterarbeiten, Staatsexamensarbeiten)
  • Dissertationen
  • Forschungsprojekte und sonstige wissenschaftliche Untersuchungen

    Die Forschungsthemen umfassen häufig mehrere Disziplinen. Eine interdisziplinäre Forschung ist für die Biosphärenreservate wünschenswert. Dies sollte möglichst bei der Konzipierung des Projekts berücksichtigt werden.


TOP-Themen für Forschungsprojekte sind u.a.:

  • Wirtschaft, Gesellschaft und Nachhaltigkeit: Sozioökonomische Dynamiken in Biosphärenreservaten
  • Quantitaive und qualitative Bewertung der Ökosystemleistungen im Biosphärenreservat
  • Wasser- und Nährstoffhaushalt in der Land(wirt)schaft
  • Berechnung der Treibhausgas-Bilanz renaturierter und gestörter Moore
  • Energiewende und Biosphärenreservat – Chancen für eine nachhaltige Gestaltung
     

Weitere Forschungsthemen sind nach folgenden Themenfeldern sortiert:

  • Natur und Ökologie (Wald, Moore, Offenland, Gehölzstrukturen, Limnologie, Fauna und Flora)
  • Klimaschutz und Klimaanpassung
  • Landnutzung und Regionalökonomie
  • Regionalentwicklung und Identität
  • Erneuerbare Energien und Mobilität
  • Tourismus und Kultur
  • Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit
  • Governance und Administration
     

Forschungsthemenkatalog für die UNESCO-Biosphärenreservate [pdf 1,8 MB]

Zwei Menschen gehen mit Kescher über eine Blühwiese im UNESCO-Biosphärenreservat. © A. Middelschulte
Monitoring auf einer Blühwiese im UNESCO-Biosphärenreservat.