Mehr Wasser für das Carlower Holz
In dem Waldgebiet südlich von Carlow reihen sich sechs Kleingewässer wie Perlen an einer Schnur aneinander. Sie gehören zu dem europaweit geschützten Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung (GGB) "Wald- und Moorlandschaft um den Röggeliner See". In diesen naturnahen Stillgewässern finden sich typische Wasserpflanzen wie die Untergetauchte Wasserlinse (Lemna trisulca), die schwebend unter Wasser lebt, sowie die ebenfalls vor-kommende Kleine Wasserlinse (Lemna minor). Beide Arten kennzeichnen den europaweit geschützten Lebensraumtyp „Natürliche eutrophe Seen mit einer Vegetation vom Typ Magnopo-tamion oder Hydrocharition“.
Bei einer Zustandskontrolle des Biosphärenreservatsamts Schaalsee-Elbe wurde festgestellt, dass fünf dieser Gewässer einen schlechten Erhaltungszustand aufweisen. Als Ursache wurde das funktionierende Entwässerungssystem ermittelt, das den Wald durchzieht. Durch die Einbindung der Kleingewässer in das Entwässerungssystem wird ihnen Wasser entzogen.
In Abstimmung mit dem Eigentümer des Waldstücks, der Landesforstanstalt Mecklenburg-Vorpommern, wurden in der Planung sechs Staueinrichtungen so positioniert, dass die Senken mit den Kleingewässern von den höheren Wasserständen profitieren und der höher liegende Wald weiterhin bewirtschaftet werden kann.
Die Umsetzung der Maßnahmen begann am 24. August 2026 durch das Fachunternehmen HTS Müritz GmbH DANNEHL und wurde planerisch durch das Ingenieurbüro Wittenburg aus Wölschendorf begleitet. Als Staueinrichtungen wurden Stahlspundwände an den vorgesehenen Stellen eingerammt und mit Boden überwallt. So kann sichergestellt werden, dass die Maßnahmen langfristig wirken und das in den Wintermonaten fallende Regenwasser bis weit in den Sommer hinein im Carlower Holz zurückgehalten wird. Dies wirkt sich positiv auf die Grundwasserbildung aus und erhöht die Widerstandsfähigkeit des Waldgebiets in regenarmen Zeiten. Gleichzeitig schafft die Maßnahme neuen Lebensraum für z. B. Amphibien, Vögel und Libellen. Damit leistet das UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee einen wichtigen Beitrag zu Klima- und Naturschutz und trägt nachhaltig zu einem positiven Wasserhaushalt bei.
Die Bauabnahme erfolgte bereits nach zwei Wochen am 7. September 2026.
Das Projekt wird zu 100 Prozent aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) der Europäischen Union finanziert.