Renaturierung des Moorwaldgebietes an der Schalißer Bucht steht vor dem Abschluss

Die Maßnahmen zum Wasserrückhalt im südöstlichen Randbereich der Schalißer Bucht im UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee haben im Juli 2026 begonnen und werden im September abgeschlossen.

Im Moorwald legt der Moorbagger Verwallungen an. © S. Zielke
Im Moorwald legt der Moorbagger Verwallungen an, um das Wasser zurückzuhalten.

Der ca. 18 Hektar große Moorwaldkomplex am Rande der Schalißer Bucht am südöstlichen Rand des Schaalsees leidet insbesondere in den Sommermonaten unter Wassermangel. Um den Wasserrückhalt in diesem wertvollen und geschützten Gebiet mit seinen verschiedenen Feuchtbiotopen, Bruch- und Moorwäldern zu verbessern, hat das Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe finanzielle Mittel der EU und des Landes Mecklenburg-Vorpommern eingeworben.
 

Bevor die Umsetzung der Renaturierungsmaßnahme in dem Moorwaldkomplex startete, wurde der Wanderweg zwischen dem Bruchwald und dem Grünland auf einer Länge von 240 Metern um ca. 30 cm erhöht.
 

Die weiteren Bauarbeiten zur Wasserrückhaltung im Moorwaldkomplex werden ebenfalls von dem beauftragten Fachunternehmen R.-P. Meyer-Luhdorf durchgeführt und begannen mit dem Hauptgraben, der die Grenze zwischen dem Bruchwald und dem Grünland bildet. Dort wurden insgesamt zehn Staue und an der feuchtesten Stelle des Gebietes ein sogenannter Mönch eingebaut. Die Stauwand mit dem “Mönch” dient als Steuerungsbauwerk, damit bei Bedarf der Wasserstand auf den angrenzenden Grünlandflächen reguliert werden kann. So kann ein ausreichend hoher Wasserstand in den Wald- und Grünlandbereichen sichergestellt werden. Gleichzeitig bleibt eine extensive Weidewirtschaft auf den Flächen des Zweckverbands Schaalsee-Landschaft möglich.
 

Im Zuge des letzten Bauabschnitts werden im Moorwald mehrere Erdstaue bzw. Verwallungen in unterschiedlichen Größen errichtet, sodass das wertvolle Wasser länger vor Ort gehalten wird und für einen naturnahen Wasserhaushalt sorgt. Gleichzeitig trägt die Renaturierungsmaßnahme dazu bei, den Moorwaldkomplex als effektiven Kohlenstoffspeicher zu erhalten. Nur intakte, nasse Moore speichern das aus der Luft entzogene Kohlendioxid (CO₂) dauerhaft ein und wirken als Kohlenstoffsenke.
 

Im September 2026 sollen die Baumaßnahmen abgeschlossen sein. 

Damit leistet ein weiterer Moorstandort im UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee einen wichtigen Beitrag zum Natur- und Klimaschutz.

Wanderweg entlang der Schalisser Bucht © S. Zielke
Der Wanderweg entlang der Schalißer Bucht ist nach der Erhöhung von Wegeabschnitten wieder problemlos nutzbar.
Kleingewässer im Grünland © S. Zielke
Aus dem Abtragungsbereich für die Erdstaue ist ein Kleingewässer im Grünland entstanden.