Wasservogelzählung am Schaalsee

Der Winter hat die Schaalseelandschaft fest im Griff. Für Wasservögel eine schwierige Zeit. Die kleineren Seen sind schon seit einigen Wochen zugefroren und seit ein paar Tagen liegt nun auch der Schaalsee unter einer Eisdecke.

Rangerin Kerstin Titho bei der Wasservogelzählung am Schaalsee. © M. Hippke
Rangerin Kerstin Titho bei der Wasservogelzählung am Schaalsee. Auf den wenigen Wasserflächen, die noch eisfrei sind, halten sich viele Wasservögel auf.

Das passiert nur selten, in den meisten Wintern bleibt der Schaalsee auf Grund seiner Größe und seiner Tiefe eisfrei. Wenn alle Seen zugefroren sind, und nur noch der Schaalsee eisfrei ist, versammelt sich auf ihm eine große Anzahl Wasservögel. 

Von Oktober bis April zählen die Ranger des Biosphärenreservatsamtes einmal im Monat die Wasservögel im gesamten Biosphärenreservat Schaalsee. Bei der letzten Wasservogelzählung, am 13. Februar, gab es noch einige offene Flächen auf dem größtenteils zugefrorenen Schaalsee. Diese Bereiche nutzten viele Wasservögel zum Schlafen und zur Nahrungsaufnahme. Mehr als 5.000 Saat- und Bläßgänse sowie 1.200 Bläßhühner konnten bei der letzten Wasservogelzählung registriert werden. Bei den Entenarten war die Stockente mit ca. 800 Tieren und die Reiherente mit ca. 400 Tieren am häufigsten vertreten. Aber auch Schnatterenten, Schellenten, Tafelenten, Haubentaucher und Gänsesäger waren dabei. Außerdem wurden 120 Sing- und Zwergschwäne, Gäste aus Skandinavien und der Tundra, gezählt.

Von August bis Februar werden von den Rangern außerdem regelmäßig die Kraniche gezählt. Trotz der Kälte und einer geschlossenen Schneedecke hielten sich in den vergangenen Wochen noch etwa 2.000 Kraniche in der Schaalseelandschaft auf. Als  es keine offenen Wasserflächen mehr gab, nutzten sie teilweise die Eisfläche des Schaalsees als Schlafplatz. Nach mehreren Nächten mit Temperaturen um -10 °C haben die meisten Kraniche die Region jedoch in Richtung Süd-Westen verlassen. Immer mehr Kraniche versuchen, auf die lange Reise zu verzichten und den Winter in ihrer Brutregion zu verbringen. Das verschafft ihnen einen Vorteil bei der Wahl der besten Brutplätze im Frühling. Eine geschlossene Schneedecke zwingt die Vögel jedoch zum Flug in wärmere Gebiete, da sie dann nicht mehr genügend Nahrung auf den umliegenden Feldern finden. Der Schaalsee ist als Europäisches Vogelschutzgebiet ausgewiesen. Er ist nicht nur Brutgebiet für viele Vogelarten, sondern hat auch eine sehr große Bedeutung als Rast und Überwinterungsgebiet.