Vögel

Die Klasse der Vögel umfasst in Deutschland 307 regelmäßig beobachtbare Vogelarten. Vögel gehören zu den Wirbeltieren und weisen als gemeinsame Merkmale Flügel, Federn aus Horn und einen Schnabel ohne Zähne auf. Obwohl ein Merkmal der Vögel Flügel sind, können nicht alle Vögel fliegen.

Nicht flugfähige Vögel sind z.B. Pinguine oder Sträuße. Vögel haben sich vermutlich vor etwa 160 Millionen Jahren aus kleinen Raubsauriern entwickelt.

Ein Haubentaucher mit zwei Küken auf dem Wasser zwischen Seerosen im UNESCO-Biosphärenreservat. © W. Stürzbecher
Der Haubentaucher gehört zur Familie der Lappentaucher und bevorzugt mit Röhricht bewachsene Ufer.

Das Biosphärenreservat hat überregionale Bedeutung durch seine großen Spätsommer Mauser-/Rastbestände für Haubentaucher (Podiceps cristatus), Graugänse (Anser anser) und Reiherenten (Aythya fuligula) sowie die Herbstrast- bzw. Winterbestände von Bläß- und Saatgänsen (Anser albifrons und Anser fabalis).
Damit ist das Schaalseegebiet für das Vorkommen der genannten Arten ein deutlicher Konzentrationspunkt mit über 25.000 Wasservögeln.

Ein Drosselrohrsänger auf Schilfrohr. © W. Stürzbecher
Den Drosselrohrsänger trifft man an Gewässern mit viel Schilf. Er baut sein Nest an Schilfhalmen und findet am Ufer seine Nahrung.

Brutvögel der Seen sind unter anderem Stockente (Anas platyrhynchos), Löffelente (Anas clypeata), Schnatterente (Anas strepera), Tafelente (Aythya ferina), Reiherente (Aythya fuligula) und Kolbenente (Netta rufina), Rohrdommel (Botaurus stellaris), Graugans (Anser anser), Eisvogel (Alcedo atthis), Drosselrohrsänger (Acrocephalus arundinaceus) und Bartmeise (Panurus biarmicus).
In ufernahen, höhlenreichen Altholzbeständen brüten regelmäßig Schellente (Bucephala clangula) und Gänsesäger (Mergus merganser).

Drei Kraniche auf einem feuchten Acker. © W. Spillner
Kraniche gehören zu den häufigen Gästen im Biosphärenreservat. Sie profitieren hier bei Rast und Brut vom EU-Vogelschutzgebiet.

Charakteristische Arten der Feuchtbereiche sind Weißstorch (Ciconia ciconia), Waldwasserläufer (Tringa ochropus) und Bekassine (Gallinago gallinago).
Auch der Kranich (Grus grus) brütet mit circa 80 Brutpaaren regelmäßig im Gebiet. Am Ostufer des Schaalsees befindet sich ein Herbstrast- und Sammelplatz von Kranichen.
Gute Beobachtungsmöglichkeiten bietet der Besucherhochstand an der Uferpromenade in Zarrentin, der Kranichkieker in Neuenkirchen oder der  Beobachtungsturm in Klocksdorf am Röggeliner See. 

Ein Neuntöter auf einem Ast. © E. Steffen
Den Neuntöter findet man in halboffenen Kulturlandschaften mit vielen Hecken.

Die im Zuge der Entwicklung der bäuerlichen Kulturlandschaft entstandene Kleinbiotopmannigfaltigkeit beherbergt unter anderem Braunkehlchen (Saxicola rubetra), Sperbergrasmücke (Sylvia nisoria), Neuntöter (Lanius collurio), Schlagschwirl (Locustella fluviatilis) und Grauammer (Emberiza calandra) als Brutvögel.
Rund 17.000 ha des Biosphärenreservates Schaalsee gehören zum EU-Vogelschutzgebiet Schaalsee, Special Protected Area (SPA).


In der Ornithologische Artenliste [pdf 0,3 MB] finden Sie eine Übersicht aller Vogelarten im Biosphärenreservat (Stand 2017). 

18 Nandu-Kücken stehen in einem Getreidefeld und recken die Köpfe in die Höhe. © M. Hippke
Ein Nandu-Hahn paar sich mit mehren Hennen. Er brütet die bis zu 20 Eier selbst aus und kümmert sich allein um die Aufzucht der Jungen.

In den Jahren 1999/2000 sind mehrere Nandus (Rhea americana) aus einem unzureichend gesicherten Gehege bei Groß Grönau (Schleswig-Holstein) ausgebrochen und in den Nordbereich des UNESCO-Biosphärenreservates Schaalsee (zwischen Utecht und Schattin) gelangt. 


In den Hintergrundinformationen [pdf 0,1 MB]  finden Sie detaillierte Informationen zum Bestand der Nandus sowie zu den verschiedensten Maßnahmen, um die  Populationsentwicklung zu stoppen. 


Die letzte Zählung der Nandus fand am 13. November 2020 statt. Insgesamt wurden 291 Tiere aufgenommen: 151 Altvögel, 72 Jungvögel (aus dem Jahr 2020) und 38 Tiere, deren Alter und Geschlecht nicht differenziert werden konnte.


Hier können Sie Nandu-Beobachtungen melden:  AG Nandumonitoring: www.nandu.info