Renaturierung des Kalkflachmoores ist abgeschlossen

Mitte Dezember 2020 begannen die Bauarbeiten zur Renaturierung des Kalkflachmoores in Zarrentin am Schaalsee, jetzt sind die Arbeiten abgeschlossen. Darüber freuten sich bei einem offiziellen Abschlusstermin des Projektes nicht nur die Amtsleiterin des Biosphärenreservatsamtes Schaalsee-Elbe, Anke Hollerbach, sondern auch Zarrentins Bürgermeister Klaus Draeger, der Geschäftsführer des TSV Empor Zarrentin, Andreas Lutz, und zahlreiche weitere geladene Gäste.

 

Die Nähe zur Stadt und das unmittelbare Angrenzen des Moores an touristische Infrastruktur hatten besonders umfangreiche Planungsarbeiten und aufwendige Problemlösungen erfordert. So wurde der Wanderweg entlang der Schaale erhöht, um weiterhin seine uneingeschränkte Nutzung zu gewährleisten. Auch der angrenzende Sportplatz war in das Projekt eingeschlossen. Damit er auch bei gestiegenem Wasserstand auf den umliegenden Flächen bespielbar bleibt, wurde er erhöht und in diesem Zusammenhang auch saniert.

„Dieser Platz hat Tradition in Zarrentin, mehrere Generationen haben hier schon Fußball gespielt. Allein hätten wir eine Sanierung des Platzes nicht realisieren können. In diesem Projekt gehen Umweltschutz und soziales Engagement sozusagen Hand in Hand. Wir sind für die Unterstützung durch das Biosphärenreservatsamt sehr dankbar“, betonte Andreas Lutz. Als Dank gab es dann auch für alle Beteiligten ein T-Shirt des Sportvereines.
 

Untersuchungen im Rahmen der Managementplanung für das Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung (GGB) „Schaalsee“ hatten 2010 ergeben, dass sich der Zustand des Moores in den letzten Jahren auf Grund des geringen Wasserstandes verschlechtert hat. Deshalb erfolgte die Anhebung des Grundwasserstands des Moores durch Grabenverschlüsse und durch den Bau von zwei regulierbaren Stauen. Dadurch kann das Wasser nun länger im Moor gehalten und der Grundwasserstand stabilisiert werden.

„Die Renaturierung von Mooren ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Denn nur intakte, wassergesättigte Moor speichern in großen Mengen Kohlendioxid. Sind die Moore entwässert und dadurch geschädigt, entweicht das Kohlendioxid in die Atmosphäre und trägt damit zur Erwärmung des Klimas bei. Moore beeinflussen aber auch das regionale Klima und den Wasserhaushalt einer Landschaft. Wie ein Schwamm speichern Torfe große Mengen an Wasser, das wirkt einem Austrocknen der Landschaft in Trockenzeiten entgegen und ist gleichzeitig Hochwasserschutz in längeren Regenperioden. Deshalb freue ich mich sehr, dass es gemeinsam mit Partner gelungen, ist ein weiteres Moor zu renaturieren.“, sagte Anke Hollerbach auf der Veranstaltung. In den vergangenen Jahren wurde durch das Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe und zahlreiche Partner bereits mehr als 1500 ha Moorfläche im Biosphärenreservat renaturiert.

Das Projekt wurde aus Mitteln aus dem Europäischen Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raums und aus Mitteln des Landes M-V realisiert. Außerdem wurde das Projekt von Coca-Cola European finanziell unterstützt. Der Zweckverband „Schaalsee-Landschaft“, die Stiftung Biosphäre Schaalsee, das Land M-V und die Stiftung Umwelt und Naturschutz stellten Land zur Verfügung.
 

Hier lesen Sie die offizielle Pressemitteilung  des Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt M-V

© E. Dornblut
Durch die Renaturierung konnte der Grundwasserstand im Kalkflachmoor stabilisiert werden.
Durch die Renaturierung konnte der Grundwasserstand im Kalkflachmoor stabilisiert werden.
© E. Dornblut
Sven Herzog (Mitte)leitete das Renaturierungsprojekt im Biosphärenreservat Schaaalsee. Er erläutert die Funktionen der ...
Sven Herzog (Mitte)leitete das Renaturierungsprojekt im Biosphärenreservat Schaaalsee. Er erläutert die Funktionen der Staue, durch die das Wasser im Moor gehalten wird.
© E. Dornblut
Der Fußballplatz war in das Renaturierungsprojekt eingeschlossen und ist nun wieder bespielbar. Als Dank dafür erhielt ...
Der Fußballplatz war in das Renaturierungsprojekt eingeschlossen und ist nun wieder bespielbar. Als Dank dafür erhielt die Leiterin des Biosphärenreservatsamtes, Anke Hollerbach, ein Trikot des Zarrentiner Sportvereins.